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Kirche der Zukunft – Zukunft der Kirche? (nach Gedanken von M.Nüchtern, Kirche in Konkurrenz) Zwei Vorbemerkungen: A) Für meinen Geschmack herrscht zur Zeit in kirchlichen Gremien zuviel Angst und Resignation – und zu wenig Aufbruchstimmung. Und B) Für meinen Geschmack reden wir zuviel über eine materielle Mangel-Situation - und zu wenig darüber, wie Kirche eigentlich sein soll. Deshalb heute diese Fragestellung: Wie sieht die Zukunft unserer Landeskirche aus? Hat sie als Volkskirche (in ihrer jetzigen Form: flächendeckend, parochial organsiert, personalkostenintensiv!) überhaupt Zukunft? Bedrohen nicht theologischer Pluralismus einerseits und verstärkt "freikirchliche" Tendenzen neupietist. Gemeinschaften ihren Bestand als einheitlich-flächendeckende Struktur? Was bedeutet der zunehmende Geldmangel - bei gleichzeitiger Personalkosten-Explosion! - für das Weiterbestehen einer Kirche, die drei Viertel ihrer Mittel für Hauptamtliche aufwendet? Oder, nocheinmal anders gefragt: Stimmen eigentlich Angebot und Nachfrage bei "kirchens" noch zusammen: Von einigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen, ist der Gottesdienstbesuch überall rückläufig. (Selten werden noch mehr als 5% der Gem.gl. erreicht!) Viele Gemeinde-kreise beklagen die zunehmende Überalterung oder den schleichenden Mitgliederschwund. Auf der anderen Seite ist die Frage nach Sinn und Orientierung – also nach versteckt-religiösen Themen! – in unserer Zeit so groß wie schon lange nicht mehr? Wie kann eine Volkskirche ihre "Mehrheit" (ca. 90%, die mit Gottesdienst und durch kirchl. Gruppen nicht erreicht werden!) neu in den Blick bekommen? Auf diese Problem-Beschreibung möchte ich mit einigen Thesen antworten, die keine Einzel-Lösungen anbieten, sondern einen Denkanstoß zum Perspektive-Wechsel geben wollen:
So nehme ich die kirchliche Situation unterschiedlich wahr, je nachdem, ob ich Kirche/Gemeinde als geschwisterliche Gruppe (die eine große Familie!) denke, oder als ein Schiff auf weiter Fahrt im feindlichen Meer, oder als ein Gasthaus, zu dem Menschen immer wieder einmal kommen, um sich zu stärken. Die Besorgnis, die z.Zt. in Kirchengemeinderäten und Mitarbeitergruppen spürbar wird, entsteht aus der richtigen Wahrnehmung, daß es so wie bisher mit der Kirche nicht weitergehen werde: Der Gottesdienstbesuch, die Zahl vor allem der jüngeren aktiven Gemeindeglieder, die Zahl der Gruppen und Kreise geht teilweise drastisch nach unten... Und angesichts dieser Beobachtung fragen viele: Sollen wir uns schon einmal auf das Ende der Volkskirche einstellen? Doch vergessen wir nicht: Untergangs-Prognosen haben eine gefährliche Sogkraft (Self-fulfilling prophecy) und darüberhinaus verhindern sie, daß wir die Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit wahrnehmen. Denn zwei Sachverhalte werden in dem bisher angedeuteten Krisenszenario übersehen: A): das Phänomen einer gelockerten Mitgliedschaft (entsprechend den individuellen Bedürfnissen!) betrifft nicht nur die Kirche, sondern ist ein gesamt-gesellschaftlicher Vorgang. Er betrifft das Verhältnis zu allen Institutionen und Verbänden: Sportvereine, Gewerkschaften, Parteien stimmen ähnliche Klagelieder an wie wir. Überall lassen die Bindungskräfte nach. Mitgliedschaft wird auf den persönlichen Nutzen ausgerichtet ... ("Was bringt’s ...?") B): Entgegen der verbreiteten Untergangsstimmung zeigen die Kirchenmitgliedschaftsstudien, die die EKD seit dreißig Jahren publiziert, für Westdeutschland eine überraschend konstante Verbundenheit der Mitglieder mit ihrer Kirche. Allerdings definiert und praktiziert die Mehrzahl der Kirchenmitglieder ihre Kirchlichkeit anders, als man es vom inner-gemeindlichem Horizont aus tun würde. Von den innerkirchlichen Normen, die für ein ordentliches Gemeindeglied gelten, erscheint die Mitgliedschaft der meisten Gemeindeglieder als "unordentlich" (Schimpfwort "Karteileichen"!): Sie gehen nicht regelmäßig zum Gottesdienst. Sie beteiligen sich nicht an den Kreisen und Veranstaltungen der Gemeinde. Andererseits – und das wird bei diesen Klagen oft übersehen! – diese Mehrheit bleibt ihrer Kirche treu (tritt eben nicht aus!) und finanziert über ihre Kirchensteuern die Arbeitsmöglichkeiten der "Minderheit"! Für die Mehrzahl der "kirchl. Distanzierten" wird ihre Kirchen-Verbundenheit erst dann akut, wenn sich Kirche mit für sie wichtigen Lebensthemen verbindet. Das zeigt sich z.B. an der ungebrochenen Nachfrage nach kirchlichen Amtshandlungen (Taufe, Trauung, Konfirmation, Beerdigung). Fazit: Negativprognosen hinsichtlich der Zukunft der Kirche hängen auch an einem bestimmten Kirchenbild (zu dem die regelmäßige Teilnahme an den Gottesdiensten und das langfristige Engagement in der Ortsgemeinde gehört!). Gemessen an diesem Bild wird die derzeitige Entwicklung natürlich für defizitär empfunden. Dabei müßte man aus der Kirchengeschichte wissen: Es gab – auch zu anderen Zeiten! - schon ganz andere Vorstellungen von Kirche (das zeigt sich allein schon daran, daß die meisten Gemeindehäuser erst nach dem Krieg gebaut wurden!). Und, was vielleicht noch wichtiger ist: Diese kritische Sichtweise ist die Perspektive der hochverbundenen Insider! Für die Mehrzahl der Kirchenmitglieder - dies bezeugen sämtliche Studien - stellt sich derselbe Sachverhalt ganz anders dar. In der eigenen Optik definiert sich die Mehrheit gerade nicht über ihre Distanz zur Kirche. Vielmehr halten sich die meisten für zumindest "ziemlich" verbunden. Sie finden es – im Zeitalter des Individualismus – für ganz normal, daß sie ihre Mitgliedschaft nur punktuell aktivieren. IHRE Verbundenheit zeigt sich darin, daß sie sich an den Krisen- und Schnittpunkten ihrer Lebensgeschichte kirchliche Begleitung - nach wie vor! - ausdrücklich wünschen. Im Rhythmus des Jahres nehmen sie z.B. an Festgottesdiensten - vor allem zu Weihnachten – teil und Sondergottesdienste z.B. mit Kindergärten oder etwa zur Einschulung erfreuen sich steigender Beliebtheit.... Die Frage an uns (die Insider) ist: Wollen wir das – weiterhin - nur negativ sehen? Läge darin nicht auch eine ungeheure Chance für unsere Volkskirche? D.h.: In der gegenwärtigen Situation hat Kirche grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Wegen. Der eine Weg besteht darin, die Negativprognosen schon vorwegzunehmen und bewußt Minderheitenkirche (christlich engagierte Gegenwelt) zu werden. Der andere Weg besteht darin, das, was Volkskirche eigentlich bedeutet, nämlich Kirche für die Menschen zu sein, entschieden und bewußter zu sein. - Bestärken wir die Resignation oder geben wir dem Aufbruch eine Chance? Kirche für die Menschen, das heißt für mich, daß sich eine Gemeinde bei dem, was sie tut und verkündigt, durch das herausfordern läßt, was die Leute empfinden und beschäftigt. Sie würde sich dann weniger als die "eine, große Familie" (Konzeption nach innen!) darstellen, sondern mehr als Dienstleistungsstation für die Menschen (Konzeption nach außen). Bevor Sie bei diesem Begriff gleich auf Abwehr schalten, bedenken Sie bitte: Schon im Neuen Testament gibt es zwei Worte für diesen Begriff »Dienstleistung«: Nämlich Diakonie und Liturgie. Beides zusammen umreißt die Dienste, die Kirche für die Menschen leistet. Dabei waren schon immer die Gemeindeverantwortlichen wichtige Träger eines solchen Leitbildes von Kirche ... Veramtlichung, Vergruppung, Profillosigkeit. (Stichworte aus: M.Nüchtern, Kirche in Konkurrenz)Veramtlichung : Was eine Behörde - ein Amt! - ist, das wissen wir nicht nur aus der Karikatur sondern aus eigener Erfahrung: Da sitzt jemand hinter dem Schreibtisch und wartet, daß die Leute zu ihm kommen. Da gibt es Schalterstunden, man tut seine Pflicht. Da läuft das gewohnte Programm ab.Und zwar ohne große Überlegung, wie das eigene Verhalten von außen wahrgenommen wird. Oder ob das, was man tut, den Bedürfnissen der Menschen und den Erfordernissen der Zeit gerecht wird. Stichworte wie Evaluation, Effizienz, Wirtschaftliches Handeln waren deshalb in Ämtern bisher eher Fremdworte. Der positive Aspekt solcher Amtlichkeit ist: Sie gibt Sicherheit und garantiert Verläßlichkeit. Wenn ich "Veramtlichung" als eine Gefahr unserer bisherigen Volkskirche beschreibe, dann heißt das: Das aus früheren gesellschaftlichen Erfordernissen gewachsene und bewährte Pflichtprogramm wird absolviert ohne "Rücksicht auf Verluste": Pflichtbewußte Mangelverwaltung und geordneter Gemeindeabbau. (Stichworte von W.Burkhardt, Heidelberg, "Zu neuen Ufern") Das Gegenteil ist für mich die werbende Gemeinde. Sie schaut, wie das, was sie tut, ankommt. Sie reagiert lebendig auf gesellschaftliche Entwicklungen. Sie ist werbend im doppelten Sinn des Wortes. Bei Werbung kann man an Reklame denken - und in diesem Sinn muß eine Gemeinde heute werben, indem sie auf ihre Veranstaltungen durch Plakate und in Zeitungen hinweist. Aber Werben meint viel mehr. Wenn zum Beispiel ein Mann (aus Liebe) um eine Frau wirbt, ist dies auch Werbung - und vor allem in diesem Sinn sollten wir als Volkskirche wieder "werbende" Gemeinde werden ... Vergruppung: Viele Gruppen und Kreise in einer Gemeinde gelten meist als Zeichen von Lebendigkeit. Und vielfach ist es DAS erklärte Handlungsziel, neue Gruppen und Kreise zu gründen. Dabei darf aber die Gefahr der "Verkreisung" nicht aus den Augen verloren werden: Kreise tendieren, wie schon das Wort sagt - meist unbeabsichtigt - dazu, daß sie nach außen abgeschlossen sind. Außenstehende haben es schwer, in einen festen Kreis hineinzukommen. Ein Kreis oder eine Gruppe verfolgt eigene Ziele, pflegt Erbauung oder bestimmte soziale Aktionen, über die man sich aIs Gruppe definiert und stabilisiert. Natürlich wirkt eine Gemeinde mit vielen Kreisen zunächst sehr lebendig. Trotzdem hat die vergruppte Gemeinde Schwierigkeiten, nach außen als ansprechend und einladend wahrgenommen zu werden. Und genauso schwierig ist es für sie, sich als Ganzes in der Öffentlichkeit (zum Beispiel als Partnerin für Schulen, Betriebe, Vereine und Kommune) zu präsentieren. Das Gegenteil der verkreisten Gemeinde ist für mich die einladend-offene und die öffentlich handlungsfähige Gemeinde. Profillosigkeit: Die dritte und sicher größte Gefahr in unserer ebenso säkularen wie vielgestaltig religiösen Gesellschaft besteht aber darin, daß von außen nicht mehr erkennbar ist, wofür Gemeinde/Kirche eigentlich steht. Die Menschen erkennen nicht mehr, wofür christliche Gemeinde kompetent ist, wofür sie eine "Adresse" ist. Es ist schön und nicht zu verachten, wenn eine Gemeinde eine Adresse für einen guten Kindergarten oder für gute kirchenmusikalische Arbeit ist. Aber ich denke, entscheidender ist, daß eine christliche Gemeinde die Adresse für die Frage nach Sinn und Lebens-Orientierung und für den Erfahrungsreichtum der Bibel ist. Daß die älteste "Sinnstiftungsagentur der Welt" heute nicht mehr in dieser Kompetenz öffentlich wahrgenommen wird, spricht für sich ... Das Gegenteil der unerkennbaren Gemeinde ist für mich die deutliche Gemeinde, die auf Gott als die Quelle von Lebenssinn und Orientierung hinweist. Seelsorgerlich offen ist eine Gemeinde für mich, wenn sie sich ohne Vereinnahmungsdruck öffnet und mit ihren Angeboten "über die Kerngemeinde hinaus" zielt: Solche Angebote sind Orte für ganzheitliches Erleben und Bewältigen – also Orte der seelsorgerlichen Begleitung der betroffenen Menschen – nicht zunächst Gelegenheit zu ihrer Belehrung. Dabei geben die Bilder und Geschichten des christlichen Glaubens keine handfeste Sicherheit. Sie zielen und bewirken aber gerade da Vertrauen, wo wir nicht alles wissen können und unser Leben nicht selbst in der Hand haben. Orientierung suchen. Ich denke dabei sowohl an Bildungsangebote unterschiedlicher Art wie an exemplarische, sozialdiakonische Aktionen. In früherer Zeit, wo Menschen wie selbstverständlich in der einzig vorgefundenen Religion lebten, bedurfte es nicht dieser Anstrengungen zur Vermittlung kirchlicher Angebote. Doch diese religiöse Landschaft gehört der Vergangenheit an. Die Konsequenz, die dies für die Kirche als ganzes hat, ist weitgehend bewußt: Sie hat nicht mehr das Monopol für Religiöses, sondern ist eine religiöse Organisation neben anderen geworden. Für das alltägliche Handeln in einer Gemeinde scheint mir aber diese Veränderung noch nicht konsequent genug bedacht. Ein Beispiel: Zum Sonntagsgottesdienst sind dreißig Leute gekommen. Vorne, in den ersten beiden Stuhlreihen sitzen sechs bis acht Kinder, offenbar auch dazugehörige Eltern, Großeltern. Im Gottesdienst solI eine Taufe stattfinden. Es sind wohl mehr Leute aus Anlaß der Taufe gekommen als aus Anlaß des Sonntagsgottesdienstes. Der Pfarrer begrüßt die Tauffamilie mit ihren Kindern Susanne, Simon und Sarah. Simon ist der Täufling. Bald zeigt sich, daß den Kindern das lange Stillsitzen schwerfällt. Ganz still werden sie, als bei der Taufe das Glaubensbekenntnis von allen gesprochen wird. Als der Pfarrer dann aber erklärt, daß dies die Worte der Mütter und Väter im Glauben seien, wir heute unseren Glauben aber anders formulieren würden: von der Macht der Liebe, die zur Bewahrung der Schöpfung verpflichte, und daß Christus auch in uns sterbe und wieder auferstehe, da wird es wieder unruhig. Der Pfarrer hält eine kurze Taufansprache und geht nach dem Wochenlied zur Kanzel und erklärt, daß er heute in seiner Reihenpredigt über die Jakobsgeschichte fortfahren möchte. Fünf Minuten dauert die Anknüpfung an das, was vor vierzehn Tagen dran war, zwanzig Minuten die an sich schöne Auslegung der Geschichte von der Wiederbegegnung Jakobs mit Esau. Die Kinder stehen derweil auf, besuchen die Oma, reden miteinander, die Eltern wollen es heute mit ihnen nicht durch Ermahnungen verderben. Der Gottesdienst dauert über siebzig Minuten. Was lief hier ab? WeIches Ziel hatte dieses kirchliche Angebot? Unverkennbar war das Bemühen, sich auf den Kasus einzustellen, aber nicht konsequent genug und ein bißchen kleingläubig, was das Zutrauen zur Kraft des Ritus (des Symbolischen) betrifft. Das Interesse der Familie (ihre Lebensgeschichte) und das Interesse der Gottesdienstgemeinde (Fortsetzung der Reihenpredigt) standen in Spannung zueinander: Die Gottesdienstgemeinde "warb" nicht um die Tauffamilie. Sie beschenkte sie nicht - und ließ sich auch selbst nicht von ihr beschenken. Damit tat sie weder sich noch der Tauffamilie einen Gefallen. Es hätte wenig – vor allem weniger - bedurft, und es wäre ein schöner Gottesdienst gewesen. D.h. eigengesetzliche Abläufe und vorgegebene Formen sind kein Problem, solange Menschen in ihrer Religion wie selbstverständlich zu Hause sind. Wenn diese Beheimatung aber nicht mehr vorausgesetzt werden kann, muß die Beziehung bewußt erarbeitet und gestaltet werden. Das erfordert von den Gemeindeverantwortlichen weniger Routinehandeln und mehr ziel-orientiertes Handeln. Statt mit der selbstverständlichen Teilnahme an Gottesdiensten und Kasualien zu rechnen - weil es von jeher so üblich war! – muß jetzt das Besondere des Angebots (Wie paßt es in die individuelle Lebenssituation!) erkennbar gemacht werden. Dabei ergänzen - oder ersetzen – zeitlich befristete Projekte die Routine. Nimmt man die religiöse Konkurrenzsituation der Kirche ernst, muß sich das Schwergewicht von stetigen Angeboten eher zu geplanten kasuellen Angeboten hin verschieben. ("Kirche bei Gelegenheit", M.Nüchtern) Das bedeutet freilich nicht, daß es keine gewohnten Angebote mit vorgegebenen Formen mehr geben dürfe. Das oben erwähnte Beispiel belegt sehr schön die beruhigende Wirkung vorgegebener, "heiliger" Worte. Das "Vorgegebene" hat im Zeitalter des religiösen Individualismus eine ganz andere und neue Funktion: Es entlastet von dem Druck alles selbst gestalten zu müssen! Liturgische oder meditative Formen mit ihren offenen Symbolen können suchender Religiosität eine Heimat geben. Denn vieles spricht dafür daß die Suche nach Sinn, Geborgenheit und Lebensvergewisserung - also nach dem, wofür das Wort Religion eigentlich steht! - heute ausgesprochen verbreitet ist. Allerdings gibt es eine Schere zwischen den religiösen Bedürfnissen der Menschen und den Angeboten der Kirche. Bei einem Pfarrertag sagte der Ministerpräsident eines Bundeslandes: "Die Menschen suchen einen Gott, von welcher Art dieser Gott auch sei. Er ist bei vielen nicht der Gott der Kirchen und wohl auch nicht der christliche Gott. Dieses Suchen schlägt sich nieder in einer diffusen Religiosität, die sich gegenüber dem Kirchen- und Christenglauben verselbständigt. Meine Frage ist: Kann Kirche nicht mehr Gespür für dieses Suchen entwickeln? Ansätze aufspüren, die Menschen dort abholen, wo sie sind? Ansätze aufspüren, aus denen heraus sich wieder Sinn für einen lebendigen, in den Alltag hineinwirkenden Gottesglauben entwickeln lassen?« Die entscheidende Frage – hinsichtlich des Fortbestands der Volkskirche! – ist deshalb auch für mich, wie das vorhandene, diffus-religiöse Bedürfnis der Menschen durch kirchliche Angebote angesprochen, aufgenommen und ggfls verändert werden kann. Die Klage über schwindende Gottesdienstbesucherzahlen oder das Bedauern über kränkelnde Gemeindekreise – und damit verbunden die Erwartung, daß doch alles beim "Alten" bleiben möge – reichen jedenfalls nicht mehr...
Zusätzliche Möglichkeiten müssen erprobt werden: freiwilliges Kirchgeld (Calw),Fördervereine für zeitlich begrenzte Projekte (Gastvikare), Sponsoring (kath. Gem.blatt) ...
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